Winzerkeller Auggener Schäf + Laufener Altenberg

Tradition trifft Vielfalt. Wir sind am südlichsten Punkt unserer Reise durch das Weinland Baden angelangt. Wunderschön eingebettet in die Ausläufer des Schwarzwalds liegt das kleine Weindorf Auggen. Vom Letten, einer hügeligen Weinbergslage aus tonigem Lehm, schaut man direkt auf das alte Dorfzentrum mit der Kirche und den ehemaligen Gebäuden der Genossenschaft, in denen heute die Feuerwehr und ein Gemeindezentrum untergebracht sind. Früher war die Genossenschaft sozusagen das Zentrum der Gemeinde, noch in den 50er-Jahren wurden die Kellereigebäude erweitert und umgebaut, um Platz für die stark gestiegene Nachfrage nach Auggener Weinen zu schaffen. Seit den 60er-Jahren liefert man bundesweit. Aber schon bald ging der Platz wieder aus und die Auggener Winzer zogen mit ihrem Betrieb Ende der 70er-Jahre an den Ortsrand um. Weil die Lagerkapazitäten damals schon ganz ordentlich waren und die dazugehörige Technik vor Ort im Keller zusammengebaut worden war, mussten die riesigen Edelstahltanks über die alte Post gehoben werden. Die Straßen im Dorf waren schlicht zu eng.

Wichtigste Auszeichnungen

»Gutedel-Cup«
1. Platz
»Gault & Millau«
2017: 1 Traube
»Eichelmann«
2017: 1 Stern

Philosophie

Zwei Top-Weinerzeuger unter einem Dach

USP

Vielfalt und Bekanntheitsgrad

Top-Rebsorten

35 % Gutedel
26 % Blauer Spätburgunder
10 % Sauvignon Blanc

Der Winzerkeller Laufener Altenberg liegt an einer alten Weinstraße

Klasse trifft Beständigkeit. Der Winzerkeller Laufener Altenberg liegt etwas weiter im Schwarzwald als Auggen, direkt an einer alten Weinstraße, die durchs Markgräflerland führt. In einem schönen alten Fachwerkhaus werden Spitzenweine produziert, die weniger für die breite Masse gedacht sind, sondern ganz bewusst das höherpreisige Segment bedienen sollen. Laufen war, gemessen an der Weinqualität, schon immer ein Top-Betrieb und durch die Fusion 2011 mit dem Auggener Winzerkeller ergab sich die Chance, in bestimmten Bereichen Synergien zu nutzen. Durch die gemeinsame Abfüllung sowie die Zusammenlegung von Vertrieb und Logistik wurden die Kostentreiber in Laufen unter Kontrolle gebracht. Anbau und Ausbau jedoch sind weiterhin in Laufener Hand, das ist traditionell die Stärke des Winzerkellers am Altenberg.

Thomas Basler – Geschäftsleitung

»Wir sahen es als eine Verpflichtung an, den Standort in Laufen unbedingt zu erhalten. Heute sind wir stolz darauf, dass hier eine Erfolgsgeschichte fortgeschrieben wird.«

Andreas Philipp - Erster Kellermeister des Winzerkellers Auggener Schäf
Die Auggener Kirche

Der Erfolg der Auggener Weine beruht auch auf der langen Tradition der Weinfeste. In den 60er- und 70er-Jahren kamen Sonderzüge der Deutschen Bahn mit 600 bis 700 Gästen an Bord zum großen Auggener Weinfest in der Festhalle. Am Vormittag gab es einen Festumzug im Dorf und anschließend wurde geschlemmt und gefeiert, bis der Partyzug die Feiergemeinde wieder zurück nach Karlsruhe, Heidelberg und Stuttgart brachte. »Das war das beste Marketing«, sagt Thomas Basler, heute der Geschäftsführer des Auggener Winzerkellers. Wir treffen Basler am Vormittag des Auggener Weinfests. Fünf Tage gibt es hier für einige Tausend Besucher mit festlichen Weinproben, Info-Veranstaltungen, Konzerten, Führungen und einem traditionellen Krämermarkt ein schönes und rundes Programm.

Thomas Basler ist trotz der anstehenden Festlichkeiten völlig entspannt und nimmt sich die Zeit, um uns die großzügige Kellerei und das neu gebaute Logistikzentrum zu zeigen. Der gelernte Banker kam der Liebe wegen nach Auggen, heiratete in eine Winzerfamilie ein und übernahm die Stelle des Verkaufsleiters beim Winzerkeller. Seit über 30 Jahren ist er im Betrieb und seit mehr als zehn Jahren Geschäftsführer. Unter Basler ist der Betrieb weiter gewachsen, zuletzt durch die Fusion mit dem Winzerkeller Laufener Altenberg 2011 (mehr auf Seite 86). Er ist außerdem stolz darauf, dass in den ganzen Jahren die Auszahlungen an die Winzer in Auggen und Laufen immer wieder leicht gesteigert werden konnten und nahezu alle Winzer nach der Fusion im Boot geblieben sind.

Beim Umzug Ende der 70er-Jahre wurde in weiser Voraussicht recht weit außerhalb des Dorfes gebaut. Seither wurde in regelmäßigen Abständen immer wieder erweitert und umgebaut, der gesamte Betrieb ist arbeitstechnisch sinnvoll auf einer Ebene angelegt. Als sehr praktisch hat sich für die Auggener auch die Umstellung auf umweltschonenden Weinbau erwiesen. Gegen allgemeine Bedenken bei den Mitgliedern wurde dieser Schritt vor einigen Jahren in die Wege geleitet; bereits Mitte der 90er-Jahre erhielt der Winzerkeller in einem bundesweiten Wettbewerb für ökologische Landwirtschaft eine Auszeichnung und war als Modellprojekt das Aushängeschild in ganz Baden-Württemberg. Seither sind auch die Auggener Winzer überzeugte Verfechter des umweltschonenden Weinbaus, begrünen ihre Rebstücke und setzen Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung aus. Das Team vom Winzerkeller liefert damals wie heute den Beweis, dass weniger Bodenbelastung und der gänzliche Verzicht auf Herbizide am Ende die bessere Qualität erbringt.